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Versorgung von Kindern und Jugendlichen suchtkranker Eltern - Projekt "Schulterschluss"

Meldung vom 22.02.2019 Huml setzt sich verstärkt für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen suchtkranker Eltern ein - Bayerisches Gesundheitsministerium förderte Projekt "Schulterschluss" mit 235.000 Euro - Abschlussveranstaltung in München

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Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml setzt sich verstärkt für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen von suchtkranken Eltern ein. Huml betonte am Freitag in einer Pressemitteilung anlässlich der Abschlussveranstaltung zum Kooperationsprojekt "Schulterschluss" für Kinder und Jugendliche in suchtbelasteten Familien in München: "Wenn Eltern zum Beispiel alkoholabhängig sind oder illegale Drogen nehmen, dann leiden darunter auch die Kinder sehr - oft ein Leben lang. Unbeschwert groß zu werden, ist dann schlichtweg nicht möglich. Stattdessen ist eine solche Kindheit häufig geprägt von Angst, Unsicherheit und mangelnder Geborgenheit, oft auch von Missbrauch und körperlicher Gewalt."

In Deutschland leben Schätzungen zufolge 2,6 Millionen Kinder mit alkoholabhängigen Eltern und etwa 60.000 Kinder mit drogenabhängigen Eltern unter einem Dach. Nahezu jedes sechste Kind kommt aus einer Familie, bei der mindestens ein Elternteil suchtkrank ist. Ihr Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden, ist nach Experten-Angaben im Vergleich zu anderen Kindern bis zu sechsfach erhöht. Darüber hinaus zeigen sie im Vergleich zu Gleichaltrigen häufiger psychische Auffälligkeiten.

"Schulterschluss" wurde im Rahmen des Bayerischen Präventionsplans in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales umgesetzt. Die Einrichtungen der Jugend- und der Suchthilfe wurden mithilfe von kostenfreien zweitägigen Seminaren auf regionaler Ebene bei der Bildung von tragfähigen Kooperationen und Netzwerken für suchtbelastete Familien unterstützt. Die Ministerin erläuterte: "Die Seminarteilnehmer sollten lernen, Suchtstörungen und vor allem suchtbelastete Familien früh zu erkennen. Außerdem ging es darum, die Gefährdung des Kindeswohls einzuschätzen und spezifische Unterstützungs- und Präventionsmaßnahmen in suchtbelasteten Familien einzuleiten."

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